Montag, 9. März 2009Das Ende des Friedens?Die Weltwirtschaftskrise hat uns mittlerweile (sehr) fest im Griff und ich verzichte diesmal darauf zu erwähnen, dass ich (leider) mit meinen letzten Einträgen Recht behalten habe. Die Verwerfungen der Weltwirtschaft können nur als dramatisch bezeichnet werden - weltweit brechen über alle Branchen (von den Konkursverwaltern mal abgesehen) die Umsätze dramatisch zusammen. Das wird nun mindestens (!) noch bis 2010 so weitergehen, ehe sich das alles auf einem deutlichen tieferen Niveau wieder fangen wird. Dann wird ein zaghafter und deutlich langsamerer Aufschwung bei den "überlebenden" Ökonomien einsetzen und zumindest der dratische Abstieg vorbeisein. Hoffen wir alle erst einmal, dass wir diese Zeit in Lohn und Brot überstehen - ich kenne mittlerweile schon einige, die entweder in Kurzarbeit sind, oder deren letzter Gehaltsscheck nicht mehr sicher war/ist Mal abgesehen vom Finanziellen - wie wird sich das alles politisch auswirken? Viele, sehr viele Staaten sind in den letzten Jahren gerade Dank des unglaublichen Booms schnell aufgestiegen - politische Probleme traten in den Hintergrund, solange nur jedes Jahr mehr Bürger ein neues Auto, einen neuen Flachbildschirm oder ähnliches kaufen konnten. Unglücklicherweise liegt es nahe, dass uns deswegen nun bald wieder einige regionale Konflikte heimsuchen werden, bei denen Staaten mit Waffengewalt aufeinander losgehen werden, die sich durch Handel die letzten Jahre "zwangsweise" miteinander verstanden hatten. Gerade im asiatischen Raum - aktuell bedingt durch die massive Sturzhöhe besonders betroffen - brodelt da doch sehr viel. Auch in Osteuropa möchte ich für Frieden nicht meine Hand ins Feuer legen - hier steht weniger der Krieg von Land A gegen Land B zu befürchten - vielmehr sind hier innere Unruhen und Umstürze fast schon sicher zu erwarten. Und auch auf der ganz großen Bühne ist Russland schon wieder kräftig am "pöbeln" (sorry für die Wortwahl) und wenn die kurzzeitige Ölpreisbedingte wirtschaftliche Stärke nun gerade den Abfluss hinuntergeht, so ist auch dort Gefahr im Verzug, dass man stattdessen wenigstens militärisch/weltpolitisch Stärke zeigen möchte. Donnerstag, 16. Oktober 2008Warum es gerade erst losgehtWer die Nachrichten und Börsenkurse der letzten Tage beobachtet hat, der wird sich eventuell wundern, was da eigentlich gerade mit der Wirtschaft schiefläuft. Hatten sich nicht diverse Regierungen mit Milliarden / Billionen (!)-Programmen daran versucht, die Katastrophe abzuwenden und gab es nicht immer wieder Kurssteigerungen an den Börsen, die als das Ende der Talfahrt gefeiert wurden? Ja, dies gehört alles (leider) zum "klassischen Verlauf" eines Absturzes der Wirtschaft - es ist da nicht anders als im normalen Leben - himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt liegen verdammt nahe zusammen. Wenn Panik herrscht, dann schlagen gerade die Aktienkurse in beide Richtungen extrem aus (wenn man Spekulant ist ein tolle Spielwiese übrigens). Somit ist z. B. der Anstieg eines Börsenindexes um sagen wir 7% oder gar 10% an einem Tag eher negativ - zeigt es doch nur die allgemeine Nervösität. Das wird auch wohl noch ein paar Tage so bleiben, bis die Börse ein (tiefes) Niveau gefunden hat, wo sie sich "wohlfühlt". Das ist zwar für die Medien, die Börsenhändler und die Aktienbesitzer spannend - aber ist eigentlich eher ein sekundäres Problem für uns alle. Die Autoindustrie traf es als erste und am spektakulärsten (und, wer hat das hier im Blog schon vorher gesagt, na...?) - aber jetzt geht die Spirale in der echten Wirtschaft erst los. Was hatte ich die letzten Wochen für einen Unsinn gelesen, dass es sich ja nur um eine Finanzmarktkrise handelt und die Realwirtschaft nicht betroffen wäre - bullshit, wenn ich das mal so hart sagen darf. Erstens war der ganze (unnatürlich) lange, lange Boom eh nur zu einem Großteil auf dem billigen Geld basiert, welches jetzt nicht mehr da ist und zweitens schlägt das Pendel jetzt gleich mit voller Wucht in die andere Richtung durch. Jetzt gibt es nicht nur keine billiges Geld mehr, nein, jetzt ist generell die Geldbeschaffung viel schwieriger geworden. Die Banken haben genug Probleme zu überleben, da werden Kredite nur noch beschränkt rausgegeben. Weiterhin ist Wirstschaft viel mehr Psychologie, als die meisten wohl meinen. Und auch Manager haben jetzt das Angstsparen begonnen, was wir als Konsumenten ja auch schon haben - Investionen in neue Maschinen, Personal und ähnliches werden erstmal zurückgestellt. Damit sinkt die Nachfrage und da ist er wieder - der Teufelskreis, der nach unten geht... Die Realwirtschaft wird es
jetzt richtig treffen - beginnend mit der Auto- und
Maschinenbauindistrie - aber sehr, sehr schnell wird der Rest folgen... Dienstag, 30. September 2008Alle in die BunkerJetzt ging es ja auf einmal dann doch ganz schnell - gerade erst wunderte ich mich noch, wie lange die tödliche Krankheit Weltwirtschaftskrise ausgelöst durch massive Spekulationswut und sehr verstärkt durch jahrelanges "weiter so, da habt ihr mehr Geld zum spielen", kaschiert werden konnte - da bricht das Kartenhaus auch schon mit einem umso lauteren Knall zusammen. Gut, wenn man gerade nicht im größeren Umfang am Aktienmarkt involviert ist (mal Derivate mit Wetten auf fallende Kurse ausgenommen)... Aber wie es auch bei einer klassischen Erkrankung des eigenen Körpers ist - wenn man alle vorherigen Anzeichen ignoriert und schönredet, dann wird es nachher nur um so schlimmer. Nachdem nun gerade das 700 Milliarden-Dollar Hilfsprogramm gescheitert ist (wobei ich mir noch uneins bin, ob ich darüber lachen oder weinen soll - ansonsten wäre es ja wieder nur ein weiteres Verschleppen geworden) geht es an den Börsen jetzt massiv nach unten. Wir stehen (wie ja schon geschrieben) am Beginn einer globalen und massiven Umwälzung - und wer da am Ende als Sieger rauskommt ist alles andere als sicher. Aber mal weg von der ganzen Makroökonomie - hin zu ganz persönlichen Dingen. Was passiert nun mit dem normalen Angestellten und seinen Ersparnissen? Sparbücher und ähnliches hoffe und denke ich mal sind kein Problem (wenn doch, dann ist eh alles zu spät...), aber Aktienfonds sind jetzt eher gerade kein Quell der Freude. Dumm nur, dass auch die Arbeitsplätze jetzt sehr bald wieder massiv wackeln werden - und zwar genau die, die das Fundament der deutschen Wirtschaft betreffen. Automobilbau und Maschinenbau sind die beiden Hauptsäulen der deutschen Wirtschaft. Und bei den Autos eher die hochwertigen und teureren Exemplare. Also genau die Klasse, die einen weltweiten massiven Kaufkraftverlust als erste und stärkste merken wird. Die deutschen Autos mögen nicht schlecht sein - aber wenn das Geld knapp wird und man nicht weiß, ob man in drei Monaten noch Gehalt bekommt, kauft man dann eher mit einem langfristigen oder kurzfristigen Horizont? Und der Maschinenbau lebt davon, dass die Wirtschaft brummt und weltweit neue Fabriken aus dem Boden gestampft werden - dieses Geschäft wird jetzt auch erstmal zusammenbrechen. Also was kann man tun? Dummerweise als kleines Individuum wenig - Angstsparen und mit aller Macht am Job festkrallen werden uns wohl die nächste Zeit begleiten - und die Arbeitslosenzahlen werden wieder hochschießen - auch und gerade in der Mittelschicht, welche Dank Hartz-IV und Co. mittelfristig in breiter Front abrutschen wird (daraus foglt übrigens dann gleich wieder ein Zusammenbruch des eh seit Jahren schwachen inländischen Marktes - Abwärtsspiralen sind schon eine fiese Sache). Also wie schon geschrieben: ab in die Bunker und beten - das wird keine schöne Zeit, ganz im Gegenteil... Montag, 22. September 2008Wo geht es hin?Die Wirtschaftskrise wurde noch eine Weile schöngeredet und unter den Teppich gekehrt - aber mittlerweise sind wohl auch fast die letzten Berufsoptimisten / Schönredner verstummt. Es steht nun eine spannende Zeit bevor. Nicht nur, dass die Angst um den eigenen Arbeitsplatz oder den Lebensstandard wieder "spannend" wird - nein, die Frage ist, wie die Welt nach diesem Tief aussehen wird. Es ist offensichtlich, dass sich das weltweite Wirtschaftssystem in den letzten Jahren wie im Rausch vollkommen überhitzt hat und die Finanzwirtschaft sich in ungesunder Weise als Herren der Welt von der Realwirtschaft abgekoppelt fühlten. Anscheinend ist diese Ära nun zuEnde - Regierungen und Wirtschaftslenker in aller Welt sind momentan sehr aktiv dabei, die Rahmenbedingungen neu zu definieren. Die Veränderungen sind notwendig und gut auf mittlere oder lange Sicht - aber wie schon Keynes sagte "on the long run we are all dead". Was wird nun passieren in den nächsten Monaten bis Jahren - wird es "nur" eine Weltwirtschaftskrise mit all ihren hässlichen Folgen oder aber wird es ein fundamentaler Wandel? Werden die großen Mächte der Weltwirtschaft - namentlich vor allem natürlich die U.S.A. - aus diesem Tal der Tränen weiterhin als führende Nationen hervorgehen oder aber ist dies eine Epoche des globalen Umbruchs und andere Staaten steigen zu Führungsnationen auf? Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass jede noch so große Vormachtstellung irgendwann ein Ende findet. Bleiben wir mal bei dieser These und stellen uns die Frage, wer die U.S.A. beerben könnte. Da hätten wir als ersten Verdächtigen China. Dafür spricht die pure Masse an Einwohnern und damit die Größe des Binnenmarktes. Außerdem spricht dafür, dass China in den letzten Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht hat. Trotzdem glaube ich nicht, dass es China wird (jedenfalls noch nicht). Zu sehr ist China aktuell noch der Exporteur von eher einfachen / billigen Produkten für die großen Industrienationen. Außerdem steht China noch ein Umbruch bevor - an irgendeinem Punkt wird das bisherige politische System sich nicht mehr halten können, wenn der Bildungsstand ein gewisses Niveau in der Masse der Bevölkerung erreicht hat. Als zweier Verdächtiger wäre der Nahe Osten zu nennen. Dafür spricht der momentane Reichtum zumindest einiger Staaten, die ja im Geld ertrinken (namentlich natürlich Dubai). Dagegen spricht eigentlich alles andere - außer Öl keine nennenswerten Ressourcen und auch keine Diversifikation der Produktion. Sollte sich der Ölpreis irgendwann mal wieder völlig beruhigen und/oder die Alternativen durch den aktuellen Leidensdruckfertig werden, dann dürfte dies als ein Strohfeuer in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Russland? Auch hier hat nur der Öl-/Gaspreis ein kurzfristiges Strohfeuer entflammt - politisches System und die immer noch mangelnde Produktion von Gütern (Masse kriegt man dort hin - aber wie viele weltweit erfolgreiche Marken gibt es aus Russland? Na...?). Hier kann man nur hoffen, dass sich die Militärs nicht zu sehr mit dem Wiederaufbau alter Machtsphären beschäftigen. Indien? Nicht wirklich - auch hier großer Binnenmarkt, allerdings mit massiven Problemen, da die Bevölkerung in der Breite gar nicht vom Aufschwung profitiert. Hier steht eher ein Rückabsturz zu befürchten... Und mittlerweile ist die Auswahl dann schon relativ klein - letztlich sehe ich momentan nur zwei wirklich belastbare Theorien, wie die Weltwirtschaft in 10 oder 20 Jahren aussehen wird. Entweder kann sich die U.S.A. wieder fangen, erfindet sich in weiten Teilen neu und bleibt an der Spitze oder aber die Europäer, die in den letzten Jahren wirklich viele Fortschritte gemacht haben, schwingen sich wieder zurück an die Weltspitze. Zusammenfassend ist mein persönlicher Tipp (und ja, sowas hat immer was mit einer Glaskugel zu tun), dass sich Nordamerika und Europa noch weiter annähern (vielleicht sogar ein Binnenmarkt) und auf Basis der guten Bildung und Infrastruktur zumindest die nächsten Jahre gemeinsam weiter den Weltmarkt dominieren werden. Montag, 21. Januar 2008Das Ende des langen BoomsVor knapp einem halben Jahr begann die Krise mit den Hypothekenkrediten in den USA. Damals sagte ich zu u.a. zu meiner Frau:
Die Zeit ist nahezu um und mittlerweile sind wohl auch die letzten Schönredner der aktuellen Lage (vielleicht mal von Merkel und Co. abgesehen) offiziell der gleichen Meinung. Wenn die Nachfrage in den USA wegbricht (und wer kein Geld und kein Haus mehr hat, hat andere Dinge im Kopf, als sich einen Blu-Ray-Player nebst Flachbildschirm zu kaufen), so wird dies eben nicht von der "soliden" und auch "ohne die amerikanischen Verbraucher auskommenden" Weltwirtschaft zu puffern sein. Die Börsen handeln immer die Zukunft und wir ruckeln und momentan mit jedem Absturz erkennbar schneller nach unten. Bye bye, kurzer und nicht besonders nachhaltiger Aufschwung (Gleichlautender Eintrag ist in meinem Hauptblog zu finden)
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