Montag, 19. September 2011Ist die Piratenpartei eine Eintagsfliege?Was ist die Piratenpartei nun in aller Munde - nach dem furiosen Einstieg in das Berliner Abgeordnetenhaus mit nahezu 9% schaut auf einmal die gesammelte Presse auf ein bis dato als Randgruppengruppierung angesehene Partei, welcher ich mittlerweile auch angehöre (bisher zwar immer mitgezittert, aber nunmehr auch wirklich als Mitglied). Eine der vielen Thesen, welche ich bei Spiegel Online gelesen habe, lautet wie folgt:
Ganz ehrlich - die Meinung hatte ich bei aller Sympathie auch - kurzes Aufflackern, Achtungserfolge bei ein paar Wahlen und dann sind sie wieder weg. Aber nun, nachdem es in Berlin so super geklappt hat, denke auch ich um. Die Piraten haben noch einen weiten Weg vor sich, um auch in der Masse als "richtige Partei" anerkannt zu werden (fragt mal Eltern, Großeltern usw.), aber alleine durch die Wahl von gestern bekommen wir so viel Presse, die sich nun mit der Partei auseinandersetzt, dass die Bekanntheit und auch das grobe Konzept weiter bekannt wird als bisher. Natürlich müssen wir weiter gegen pauschale Gedanken wie "das sind die, die Raubkopien legalisieren wollen" aktiv im Gespräch angehen - aber die Basis ist nun massiv breiter. Aus der Ein-Thema-Bewegung wird nun gerade eine Partei mit einem überzeugenden Programm (es gilt wie immer in der Demokratie: nicht jeder wird mit jedem einzelnen Punkt einverstanden sein - und so soll es auch sein) und ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Wahlen außerhalb des gewohnt experimentierfreudigen Berlin - insbesondere natürlich hier in Bayern. Meine kühne aber nicht unrealistische Prognose: In fünf Jahren sind die Piraten eine kleine aber feine Partei, welche in einigen Länderparlamenten mit dabei ist und deren Profil sich so weit geschärft hat, dass die 9% nicht mehr eine Überraschung sind, sondern ein gutes aber erwartbares Ergebnis. Und wenn ich mal träumen darf: In zehn Jahren gibt es die ersten Koalitionen, in denen die Piraten mitregieren. Das Beispiel der Grünen wurde sicherlich arg strapaziert als Vergleich zu den Piraten heute - aber wir schaffen das auch (und besser Dienstag, 13. September 2011Lange VerzögerungEhrlich gesagt bin ich überrascht, wie lange die Regierungen es mit kreativen Notmaßnahmen nochmal geschafft hatten, die Weltwirtschaftskrise so extrem abzumildern, dass gemeinhin von einem Ende derselben gesprochen wurde. Die Summen für Stützungen der Wirtschaft und auch anderer Nationen (Griechenland nur als prominentestes Beispiel) wurden und werden im aberwitziger und bewirken doch immer weniger. Nun also - in 2011 - scheinen die letzten Dämme Stück für Stück zu brechen und die Krise trifft uns am Ende wahrscheinlich mit nochmal stärkerer Gewalt (ist wie mit Erkrankungen - je länger man es verschleppt, je schlimmer wird es am Ende). Und weiterhin bleibt es spannend, welcher Block als Gewinner aus dem Umbruch hervortreten könnte. Für die USA sieht es mittlerweile ja noch düsterer aus, aber auch die EU bekleckert sich im Moment nicht mit Ruhm. Der vermögende Kernblock rund um Deutschland und Frankreich steht noch gut da, aber wenn es dem Euro nun an den Devisenmärkten noch heftiger an den Kragen gehen sollte (wenn der Dollar nicht auch gerade so mies wäre, wäre das schon viel sichtbarer...) Kragen geht, dann ist es mit den Exporten hierzulande mal wieder schwierig - und was anderes machen wir hier ja kaum. So sieht es momentan tatsächlich danach aus, dass am Ende doch China das Rennen machen könnte und in absehbarer Zeit das neue Zentrum der Weltwirtschaft wird. Weiterhin bleiben für China die Risikofaktoren der inneren Stabilität und die noch vorhandene Abhängigkeit von den USA als Hauptabnehmer der Waren. Donnerstag, 25. Juni 2009Zielgruppen...
Das schon erwähnte Interview in der Zeit mit Frau von der Leyen ist auch in der gedruckten Ausgabe zu finden - dort aber mit einer leicht modifizierten Überschrift...
Donnerstag, 25. Juni 2009Demokratie 2.0Dies ist wirklich eine spannende Zeit - hätte ich vor wenigen Jahren noch nicht zu denken gewagt, dass ich ernsthaft über einen Wechsel im politischen System nachdenken würde, so hat sich dies in letzter Zeit massiv verändert. Für mich ist die Demokratie fraglos die bestmögliche Regierungsform - wie jedes Konzept hat sie Vor- und Nachteile, aber es ist definitiv so, dass mit Abstand die Vorteile überwiegen. Das ging sogar so weit, dass ich zeitweise auf Kreisebene in einer der etablierten deutschen Parteien involviert war. Aber schon damals fing ich an zu lernen, dass unsere lieben Vertreter (in diesem Fall im Kreistag) viel zu sehr mit der eigenen Verwaltung und den internen Machtspielchen beschäftigt waren, als auf den Bürger zu hören. Wobei das natürlich auf Kreisebene noch relativ gut funktioniert - man trifft sich ja auf der Straße. Was nun aber unsere großen Parteien im Moment aktiv dafür tun, unsere einstmals hervorragende Demokratie auszuhöhlen, ist ein wahres Trauerspiel. Es werden zunehmend Entscheidungen getroffen, die ganz offensichtlich gegen den Willen der Wähler und vor allem auch gegen das Grundprinzip der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verstoßen. Das Verfassungsgericht muss immer öfter unsere Volksvertreter daran "erinnern", dass das Grundgesetz so die eine oder andere Regel beinhaltet, die man nicht einfach so per Gesetz aushebeln kann. Aus Sicht der Generation C64, wie man mich (uns) momentan gerne betitelt, fühlt man sich immer weniger, als wäre man ein vollwertiger Bürger dieses Staates. Viel beachtet zumindest innerhalb der Netzwelt wurden über 130.000 Unterzeichner für die Petition gegen das Gesetz zur Etablierung einer Zensur-Infrastruktur (ich nenne es mit Absicht nicht "Kinderpornograpie-Gesetz" - denn genau dagegen hilft es leider nicht...). Und dann wird das Gesetz trotzdem durchgewunken. Ursula von der Leyen - im Netz "Zensurula" genannt - wird auch in einem generell lesenswerten Interview hierzu angesprochen - Ihre Antwort:
Hier hat also eine bisher undenkbare Menge an Bürgern** öffentlich die eigene Meinung geäußert - aber da haben wieder nur ein paar Kinderchen auf einen Knopf gedrückt. Es tut mir ehrlich Leid, aber die Basis unserer Verfassung / unseres Grundgesetzes ist mittlerweile bereits so unterhöhlt, dass ich diese mittlerweile in wirklicher Gefahr sehe - die Häufung und zunehmende Vertiefung dieser Eingriffe ist mehr als bedenklich. * Was assoziieren wohl jene Leute damit? Richtig, dass sind doch alles pickelgesichtige jugendliche Spinner, lass die erstmal erwachsen werden. Ich bin 32, zahle mehr Steuern als viele andere und haben einen deutschen Pass... ** Die Petition zum Benzinpreis, welche mehr Unterzeichner hatte, ignorieren wir hier mal - wenn ich eine Petition starte, dass man jedem Bürger 10.000 EUR schenken soll, dann kriege ich dafür bestimmt auch viele Freunde... Montag, 9. März 2009Das Ende des Friedens?Die Weltwirtschaftskrise hat uns mittlerweile (sehr) fest im Griff und ich verzichte diesmal darauf zu erwähnen, dass ich (leider) mit meinen letzten Einträgen Recht behalten habe. Die Verwerfungen der Weltwirtschaft können nur als dramatisch bezeichnet werden - weltweit brechen über alle Branchen (von den Konkursverwaltern mal abgesehen) die Umsätze dramatisch zusammen. Das wird nun mindestens (!) noch bis 2010 so weitergehen, ehe sich das alles auf einem deutlichen tieferen Niveau wieder fangen wird. Dann wird ein zaghafter und deutlich langsamerer Aufschwung bei den "überlebenden" Ökonomien einsetzen und zumindest der dratische Abstieg vorbeisein. Hoffen wir alle erst einmal, dass wir diese Zeit in Lohn und Brot überstehen - ich kenne mittlerweile schon einige, die entweder in Kurzarbeit sind, oder deren letzter Gehaltsscheck nicht mehr sicher war/ist Mal abgesehen vom Finanziellen - wie wird sich das alles politisch auswirken? Viele, sehr viele Staaten sind in den letzten Jahren gerade Dank des unglaublichen Booms schnell aufgestiegen - politische Probleme traten in den Hintergrund, solange nur jedes Jahr mehr Bürger ein neues Auto, einen neuen Flachbildschirm oder ähnliches kaufen konnten. Unglücklicherweise liegt es nahe, dass uns deswegen nun bald wieder einige regionale Konflikte heimsuchen werden, bei denen Staaten mit Waffengewalt aufeinander losgehen werden, die sich durch Handel die letzten Jahre "zwangsweise" miteinander verstanden hatten. Gerade im asiatischen Raum - aktuell bedingt durch die massive Sturzhöhe besonders betroffen - brodelt da doch sehr viel. Auch in Osteuropa möchte ich für Frieden nicht meine Hand ins Feuer legen - hier steht weniger der Krieg von Land A gegen Land B zu befürchten - vielmehr sind hier innere Unruhen und Umstürze fast schon sicher zu erwarten. Und auch auf der ganz großen Bühne ist Russland schon wieder kräftig am "pöbeln" (sorry für die Wortwahl) und wenn die kurzzeitige Ölpreisbedingte wirtschaftliche Stärke nun gerade den Abfluss hinuntergeht, so ist auch dort Gefahr im Verzug, dass man stattdessen wenigstens militärisch/weltpolitisch Stärke zeigen möchte. Donnerstag, 16. Oktober 2008Warum es gerade erst losgehtWer die Nachrichten und Börsenkurse der letzten Tage beobachtet hat, der wird sich eventuell wundern, was da eigentlich gerade mit der Wirtschaft schiefläuft. Hatten sich nicht diverse Regierungen mit Milliarden / Billionen (!)-Programmen daran versucht, die Katastrophe abzuwenden und gab es nicht immer wieder Kurssteigerungen an den Börsen, die als das Ende der Talfahrt gefeiert wurden? Ja, dies gehört alles (leider) zum "klassischen Verlauf" eines Absturzes der Wirtschaft - es ist da nicht anders als im normalen Leben - himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt liegen verdammt nahe zusammen. Wenn Panik herrscht, dann schlagen gerade die Aktienkurse in beide Richtungen extrem aus (wenn man Spekulant ist ein tolle Spielwiese übrigens). Somit ist z. B. der Anstieg eines Börsenindexes um sagen wir 7% oder gar 10% an einem Tag eher negativ - zeigt es doch nur die allgemeine Nervösität. Das wird auch wohl noch ein paar Tage so bleiben, bis die Börse ein (tiefes) Niveau gefunden hat, wo sie sich "wohlfühlt". Das ist zwar für die Medien, die Börsenhändler und die Aktienbesitzer spannend - aber ist eigentlich eher ein sekundäres Problem für uns alle. Die Autoindustrie traf es als erste und am spektakulärsten (und, wer hat das hier im Blog schon vorher gesagt, na...?) - aber jetzt geht die Spirale in der echten Wirtschaft erst los. Was hatte ich die letzten Wochen für einen Unsinn gelesen, dass es sich ja nur um eine Finanzmarktkrise handelt und die Realwirtschaft nicht betroffen wäre - bullshit, wenn ich das mal so hart sagen darf. Erstens war der ganze (unnatürlich) lange, lange Boom eh nur zu einem Großteil auf dem billigen Geld basiert, welches jetzt nicht mehr da ist und zweitens schlägt das Pendel jetzt gleich mit voller Wucht in die andere Richtung durch. Jetzt gibt es nicht nur keine billiges Geld mehr, nein, jetzt ist generell die Geldbeschaffung viel schwieriger geworden. Die Banken haben genug Probleme zu überleben, da werden Kredite nur noch beschränkt rausgegeben. Weiterhin ist Wirstschaft viel mehr Psychologie, als die meisten wohl meinen. Und auch Manager haben jetzt das Angstsparen begonnen, was wir als Konsumenten ja auch schon haben - Investionen in neue Maschinen, Personal und ähnliches werden erstmal zurückgestellt. Damit sinkt die Nachfrage und da ist er wieder - der Teufelskreis, der nach unten geht... Die Realwirtschaft wird es
jetzt richtig treffen - beginnend mit der Auto- und
Maschinenbauindistrie - aber sehr, sehr schnell wird der Rest folgen... Dienstag, 30. September 2008Alle in die BunkerJetzt ging es ja auf einmal dann doch ganz schnell - gerade erst wunderte ich mich noch, wie lange die tödliche Krankheit Weltwirtschaftskrise ausgelöst durch massive Spekulationswut und sehr verstärkt durch jahrelanges "weiter so, da habt ihr mehr Geld zum spielen", kaschiert werden konnte - da bricht das Kartenhaus auch schon mit einem umso lauteren Knall zusammen. Gut, wenn man gerade nicht im größeren Umfang am Aktienmarkt involviert ist (mal Derivate mit Wetten auf fallende Kurse ausgenommen)... Aber wie es auch bei einer klassischen Erkrankung des eigenen Körpers ist - wenn man alle vorherigen Anzeichen ignoriert und schönredet, dann wird es nachher nur um so schlimmer. Nachdem nun gerade das 700 Milliarden-Dollar Hilfsprogramm gescheitert ist (wobei ich mir noch uneins bin, ob ich darüber lachen oder weinen soll - ansonsten wäre es ja wieder nur ein weiteres Verschleppen geworden) geht es an den Börsen jetzt massiv nach unten. Wir stehen (wie ja schon geschrieben) am Beginn einer globalen und massiven Umwälzung - und wer da am Ende als Sieger rauskommt ist alles andere als sicher. Aber mal weg von der ganzen Makroökonomie - hin zu ganz persönlichen Dingen. Was passiert nun mit dem normalen Angestellten und seinen Ersparnissen? Sparbücher und ähnliches hoffe und denke ich mal sind kein Problem (wenn doch, dann ist eh alles zu spät...), aber Aktienfonds sind jetzt eher gerade kein Quell der Freude. Dumm nur, dass auch die Arbeitsplätze jetzt sehr bald wieder massiv wackeln werden - und zwar genau die, die das Fundament der deutschen Wirtschaft betreffen. Automobilbau und Maschinenbau sind die beiden Hauptsäulen der deutschen Wirtschaft. Und bei den Autos eher die hochwertigen und teureren Exemplare. Also genau die Klasse, die einen weltweiten massiven Kaufkraftverlust als erste und stärkste merken wird. Die deutschen Autos mögen nicht schlecht sein - aber wenn das Geld knapp wird und man nicht weiß, ob man in drei Monaten noch Gehalt bekommt, kauft man dann eher mit einem langfristigen oder kurzfristigen Horizont? Und der Maschinenbau lebt davon, dass die Wirtschaft brummt und weltweit neue Fabriken aus dem Boden gestampft werden - dieses Geschäft wird jetzt auch erstmal zusammenbrechen. Also was kann man tun? Dummerweise als kleines Individuum wenig - Angstsparen und mit aller Macht am Job festkrallen werden uns wohl die nächste Zeit begleiten - und die Arbeitslosenzahlen werden wieder hochschießen - auch und gerade in der Mittelschicht, welche Dank Hartz-IV und Co. mittelfristig in breiter Front abrutschen wird (daraus foglt übrigens dann gleich wieder ein Zusammenbruch des eh seit Jahren schwachen inländischen Marktes - Abwärtsspiralen sind schon eine fiese Sache). Also wie schon geschrieben: ab in die Bunker und beten - das wird keine schöne Zeit, ganz im Gegenteil... Montag, 22. September 2008Wo geht es hin?Die Wirtschaftskrise wurde noch eine Weile schöngeredet und unter den Teppich gekehrt - aber mittlerweise sind wohl auch fast die letzten Berufsoptimisten / Schönredner verstummt. Es steht nun eine spannende Zeit bevor. Nicht nur, dass die Angst um den eigenen Arbeitsplatz oder den Lebensstandard wieder "spannend" wird - nein, die Frage ist, wie die Welt nach diesem Tief aussehen wird. Es ist offensichtlich, dass sich das weltweite Wirtschaftssystem in den letzten Jahren wie im Rausch vollkommen überhitzt hat und die Finanzwirtschaft sich in ungesunder Weise als Herren der Welt von der Realwirtschaft abgekoppelt fühlten. Anscheinend ist diese Ära nun zuEnde - Regierungen und Wirtschaftslenker in aller Welt sind momentan sehr aktiv dabei, die Rahmenbedingungen neu zu definieren. Die Veränderungen sind notwendig und gut auf mittlere oder lange Sicht - aber wie schon Keynes sagte "on the long run we are all dead". Was wird nun passieren in den nächsten Monaten bis Jahren - wird es "nur" eine Weltwirtschaftskrise mit all ihren hässlichen Folgen oder aber wird es ein fundamentaler Wandel? Werden die großen Mächte der Weltwirtschaft - namentlich vor allem natürlich die U.S.A. - aus diesem Tal der Tränen weiterhin als führende Nationen hervorgehen oder aber ist dies eine Epoche des globalen Umbruchs und andere Staaten steigen zu Führungsnationen auf? Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass jede noch so große Vormachtstellung irgendwann ein Ende findet. Bleiben wir mal bei dieser These und stellen uns die Frage, wer die U.S.A. beerben könnte. Da hätten wir als ersten Verdächtigen China. Dafür spricht die pure Masse an Einwohnern und damit die Größe des Binnenmarktes. Außerdem spricht dafür, dass China in den letzten Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht hat. Trotzdem glaube ich nicht, dass es China wird (jedenfalls noch nicht). Zu sehr ist China aktuell noch der Exporteur von eher einfachen / billigen Produkten für die großen Industrienationen. Außerdem steht China noch ein Umbruch bevor - an irgendeinem Punkt wird das bisherige politische System sich nicht mehr halten können, wenn der Bildungsstand ein gewisses Niveau in der Masse der Bevölkerung erreicht hat. Als zweier Verdächtiger wäre der Nahe Osten zu nennen. Dafür spricht der momentane Reichtum zumindest einiger Staaten, die ja im Geld ertrinken (namentlich natürlich Dubai). Dagegen spricht eigentlich alles andere - außer Öl keine nennenswerten Ressourcen und auch keine Diversifikation der Produktion. Sollte sich der Ölpreis irgendwann mal wieder völlig beruhigen und/oder die Alternativen durch den aktuellen Leidensdruckfertig werden, dann dürfte dies als ein Strohfeuer in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Russland? Auch hier hat nur der Öl-/Gaspreis ein kurzfristiges Strohfeuer entflammt - politisches System und die immer noch mangelnde Produktion von Gütern (Masse kriegt man dort hin - aber wie viele weltweit erfolgreiche Marken gibt es aus Russland? Na...?). Hier kann man nur hoffen, dass sich die Militärs nicht zu sehr mit dem Wiederaufbau alter Machtsphären beschäftigen. Indien? Nicht wirklich - auch hier großer Binnenmarkt, allerdings mit massiven Problemen, da die Bevölkerung in der Breite gar nicht vom Aufschwung profitiert. Hier steht eher ein Rückabsturz zu befürchten... Und mittlerweile ist die Auswahl dann schon relativ klein - letztlich sehe ich momentan nur zwei wirklich belastbare Theorien, wie die Weltwirtschaft in 10 oder 20 Jahren aussehen wird. Entweder kann sich die U.S.A. wieder fangen, erfindet sich in weiten Teilen neu und bleibt an der Spitze oder aber die Europäer, die in den letzten Jahren wirklich viele Fortschritte gemacht haben, schwingen sich wieder zurück an die Weltspitze. Zusammenfassend ist mein persönlicher Tipp (und ja, sowas hat immer was mit einer Glaskugel zu tun), dass sich Nordamerika und Europa noch weiter annähern (vielleicht sogar ein Binnenmarkt) und auf Basis der guten Bildung und Infrastruktur zumindest die nächsten Jahre gemeinsam weiter den Weltmarkt dominieren werden. Montag, 21. Januar 2008Das Ende des langen BoomsVor knapp einem halben Jahr begann die Krise mit den Hypothekenkrediten in den USA. Damals sagte ich zu u.a. zu meiner Frau:
Die Zeit ist nahezu um und mittlerweile sind wohl auch die letzten Schönredner der aktuellen Lage (vielleicht mal von Merkel und Co. abgesehen) offiziell der gleichen Meinung. Wenn die Nachfrage in den USA wegbricht (und wer kein Geld und kein Haus mehr hat, hat andere Dinge im Kopf, als sich einen Blu-Ray-Player nebst Flachbildschirm zu kaufen), so wird dies eben nicht von der "soliden" und auch "ohne die amerikanischen Verbraucher auskommenden" Weltwirtschaft zu puffern sein. Die Börsen handeln immer die Zukunft und wir ruckeln und momentan mit jedem Absturz erkennbar schneller nach unten. Bye bye, kurzer und nicht besonders nachhaltiger Aufschwung (Gleichlautender Eintrag ist in meinem Hauptblog zu finden) Montag, 9. Juli 2007Der Preis der AngstDer Spiegel nimmt sich dieser Woche eines Themas an, dass meiner Meinung nach in der Öffentlichkeit bisher zuwenig bzw. noch schlimmer aus dem falschen Blickwinkel gesehen wird. Spätestens seit dem 11. September und dem feigen Angriff auf das World Trade Center zieht sich eine Tendenz durch viele der westlichen Staaten, die aus Sicht des demokratischen Rechtsstaates nur als bedrohlich angesehen werden kann. Stück für Stück werden Bürgerrechte immer ein kleines bisschen mehr eingeschränkt und der Staat schnüffelt immer tiefer in der ehemals heiligen Privatsphäre von uns allen. Und das eigentlich schlimmste: viele finden diesen Preis für eine angeblich erhöhte Sicherheit nicht schlimm - "ich habe ja nichts zu verbergen". Selbst wenn das stimmen sollte (Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein...) - handelt es sich bei der Privatsphäre um eine sehr hohes und lange erkämpftes Gut unserer Gesellschaft. Wie auch immer - mit der Terrorgefahr lässt sich momentan so ziemlich alles durchsetzen, was vor wenigen Jahren noch zu massiven Massenprotesten geführt hätte - ein paar Beispiele finden sich zusammengefasst hier bei der Stimme der freien Welt (ein Blog, das generell nicht in Euren RSS-Readern fehlen sollte). Daher erkläre ich den aktuellen Spiegel (Ausgabe 28/2007) zur Pflichtlektüre - ich sage nur 71% der Bürger fänden einen Einsatz der Bundeswehr im Innern im Kampf gegen den Terror richtig (Seite 24 links unten). Freitag, 16. März 2007Alles Kohlendioxid hierGeht momentan tatächlich ein Ruck durch die Menschheit? Werden wir alle zu Umweltschützern und retten damit die Welt? Oder ist das mal wieder ein Strohfeuer, das in ein paar Wochen vorbei ist? Seit nunmehr einigen Wochen überschlagen sich alle Institutionen mit guten Ideen, wie man eine Klimakatastrophe noch abwenden oder zumindest abmildern könnte. Ausgelöst wurde dies alles ja bekanntlich durch den Weltklimabreicht der UNO, der sehr eindringlich vor dramatischen Änderungen warnt. Interessant aus meiner Perspektive ist hierbei die aktuelle Versteifung auf genau einen einzigen Aspekt der Umweltverschmutzung: das CO2. Jeder von uns atmet es jeden Tag aus und es ist das Ergebnis von Verbrennungsvorgängen. Aber wenn wir nun alle mit CO2-armen Autos durch die Gegend fahren (so wie ich, aber das ist ein anderes Thema...) und Energiesparlampen in die Fassungen schrauben - wird dann alles besser? Ist das wirklich unser einziges Problem? Oder entlassen wir nicht auch noch hunderte oder gar tausende andere Probleme? Spontan muss ich an Dinge wie Ruß, Müllberge oder generell die Wasserverschmutzung durch Abwässer denken. Aber da gibt es noch genug andere Baustellen... Letztlich ist es ja gut, das zumindest eines der großen Themen mal angegangen wird (mal sehen, wie nachhaltig das alles ist), aber ich denke noch an die Zeiten der FCKWs zurück - damals gab es auch nur dieses eine Thema (und es wurde letztlich sogar gelöst), aber alle anderen Aspekte waren halt nicht so wichtig? Oder wer erinnert sich noch an die Zeiten, wo Phosphat in Waschmitteln das Ende der Welt beschwörten? Ach ja, lange, sehr lange kein Eintrag hier, ich gebe es ja zu - aber meine Hauptschreibzeit am Wochenende ist momentan sehr mit anderen Dingen belegt. Mal schauen, wie oft ich in der nächsten Zeit wieder dazu komme - vor allem wieder längere Artikel mit mehr Quellen (ich bin gerade nicht motiviert, Links zu den Themen hier rauszubuddeln). Donnerstag, 31. August 2006"Berlin ist doch nur Durchschnitt"Aktuell gibt es hier im Großraum Berlin eine riesige Diskussion zu einem Interview, welches der heisige Finanzsenator Sarrazin der Zeit gegeben hat. Das Zitat in der Überschrift stammt aus diesem Interview, ebenso Sätze wie
oder
Was soll ich dazu sagen? Der Mann hat Recht! Dienstag, 22. August 2006Den Kopf in den Sand stecken?Meine ersten Einträge waren ja nun eher pessimistischer Natur, aber das wird sich denke ich auch in Zukunft nicht groß ändern. Auf der einen Seite geht es Deutschland aktuell ja nun wirklich wirtschaftlich nicht besonders gut und Besserung ist bisher noch nicht wirklich in Sicht, zum anderen ist es auch logisch, dass eher das Negative in den Vordergrund rückt - das ist es nämlich, was die Leute interessiert Aber ich habe dieses Blog nicht angefangen, um hier bloß Eintrag um Eintrag rumzuheulen, nein, es soll auch Perspektiven und Ideen aufzeigen, die die Lage zumindest auf mittlere Sicht wieder aufhellen könnten. Wobei genau da schon ein Problem liegt, welcher Regierungschef denkt schon großartig über die aktuelle Legislaturperiode hinaus, wenn er entweder weidergewählt werden will oder aber in den Geschichtsbüchern nicht als knallharter Kanzler stehen möchte? Also, was müsste passieren? Die schlechte Nachricht vorneweg: es wird erstmal wehtun und wir alle müssen uns von so einigen liebgewonnenen Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft verabschieden. In einer Welt, in der das Wort "Globalisierung" noch nicht erfunden war und Deutschland wegen seiner besonderen Lage innerhalb Europas und als Frontstaat des Kalten Krieges ein relatives ruhiges (wirtschaftliches) Leben hatte, war es möglich, eine hübsche kleine Welt aufzubauen. Die Arbeitszeiten sanken, dass Lohnniveau stieg und die soziale Absicherung wurde besser und besser. Dienstag, 22. August 2006Generelles Rauchverbot? Ja bitte!Aktuell wabert eine generelle Diskussion durch Deutschland: Sollen Raucher aus öffentlichen Gebäuden und auch aus Restaurants ausgeschlossen werden? Meine klare und kurze Meinung: JA! Ich finde es immer wieder erstaunlich, mit welch unglaublicher Arroganz Raucher das Recht für sich beanspruchen, überall die Umwelt zu verpesten. Gerne hört man dann so Kommentare wie: "Wenn es Dich stört, dann geh doch weg" oder es wird auf die persönliche Freiheit gepocht. Aber seien wir mal ehrlich: Wohin soll man als Nichtraucher gehen, wenn man lecker essen gehen und keinen Rauch möchte!? Und woran liegt das? Sobald ein Restaurantbesitzer auf die Idee kommt, das Reuchen einzuschränken oder gar ganz zu verbieten, laufen ihm die rauchenden Kunden und heftigem Gezeter weg. Daher muss ein Gesetz her, denn wenn nirgends mehr geraucht werden darf, dann entsteht dem einzelnen Lokal auch kein finanzieller Nachteil. Und bitte, was soll das mit der "persönlichen Freiheit"? Klar kann ein Raucher paffen, so viel es ihm beliebt, aber:
Und meine persönliche Freiheit ist eingeschränkt, wenn meine Gesundheit durch Passivrauchen gefährdet wird, meine Möglichkeit zur angenehmen Entspannung durch stinkenden Rauch behindert wird und auch meine Reinigungskosten steigen, damit ich diesen ekelhaften Gestank aus den Klamotten kriege! Dienstag, 22. August 2006Neue Kategorie: Die persönliche MeinungIn dieser neuen Kategorie werde ich grundsätzliche Standpunkte zu aktuellen Themen darlegen. Allerdings wird es sich hier ausschließlich um subjektive Ansichten handeln, eine objektive Recherche werde ich in diesem Bereich wenig bis überhaupt nicht extra durchführen. Hier sollen vor allem schnelle und polarisierende Gedanken veröffentlicht werden, ohne dass mich die Hintergrundrecherche stunden- oder tagelang aufhält.
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